Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist fester Bestandteil unserer Vereinsarbeit. Der Larp Passau e.V. versteht Live-Action-Rollenspiel nicht nur als Freizeitgestaltung, sondern als kulturelle, soziale und pädagogische Ausdrucksform. Unsere Angebote sollen kreative Entwicklung, soziale Kompetenzen, Gemeinschaftserleben und verantwortungsvolles Handeln fördern. Gerade weil Rollenspiel intensive soziale Situationen, emotionale Dynamiken, körperliche Nähe und besondere Rollenverhältnisse erzeugen kann, braucht es klare Regeln, verlässliche Zuständigkeiten und eine bewusste Schutzkultur.
Mit unserem Schutzkonzept schaffen wir verbindliche Standards für alle Vereinsangebote, Veranstaltungen und vorbereitenden Kommunikationsräume im Vereinskontext. Es dient dem Schutz von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, gibt aber zugleich auch allen Verantwortlichen und Teilnehmenden Orientierung und Handlungssicherheit. Prävention verstehen wir nicht als einmalige Maßnahme, sondern als fortlaufenden Prozess, der Haltung, Struktur und konkretes Handeln miteinander verbindet.
Unser Verständnis von Schutz
Für uns beginnt Kinder- und Jugendschutz nicht erst im Krisenfall. Schutz bedeutet, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Grenzverletzungen, Machtmissbrauch und Überforderung möglichst früh verhindert werden. Dazu gehören eine klare Haltung des Vereins, transparente Kommunikation, geschulte und reflektierte Leitungspersonen, ein verbindlicher Ehrenkodex, benannte Ansprechpartner sowie nachvollziehbare Melde- und Interventionswege. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat bei uns Vorrang vor spielerischen, dramaturgischen oder organisatorischen Interessen.
Grundsätzlich gilt bei allen Veranstaltungen: Persönliche, körperliche und emotionale Grenzen sind zu respektieren. „Spiel“ rechtfertigt niemals Grenzüberschreitungen. Unsicherheiten oder Missverständnisse sollen aktiv angesprochen und geklärt werden. Teilnehmende werden ausdrücklich dazu ermutigt, eigene Grenzen zu benennen und Hilfe zu holen. Ein Nein oder ein Stoppsignal ist jederzeit gültig.
Warum ein Schutzkonzept im LARP besonders wichtig ist
LARP schafft intensive Erfahrungsräume. Genau darin liegt seine Stärke, aber auch sein besonderes Risikopotenzial. Tagesveranstaltungen und Wandercons bringen etwa Bewegung im Gelände, wechselnde Spielsituationen, Gruppenteilungen und zeitweise eingeschränkte Übersicht mit sich. Wochenendveranstaltungen stellen darüber hinaus erhöhte Anforderungen an Schlafsituation, Rückzugsmöglichkeiten, Nähe-Distanz-Gestaltung und den Umgang mit sensiblen Phasen wie Nachtstunden, Pausen oder Übergängen zwischen Spiel und Realität. Diese Risiken lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber durch klare Regeln, qualifizierte Leitung, sichtbare Ansprechpersonen und verbindliche Sicherheitsstandards deutlich reduzieren.
Wie wir Schutz konkret umsetzen
Unser Schutzkonzept umfasst verbindliche Verhaltensleitlinien für Mitarbeitende, Teilnehmende sowie Eltern und Erziehungsberechtigte. Vorstand, Spielleitungen, Betreuende und Helfende haben eine besondere Vorbildfunktion. Sie sollen ihre Rolle reflektieren, transparent entscheiden, Verantwortung wahrnehmen und Regeln nicht aus Bequemlichkeit oder aus Rücksicht auf den Spielfluss ignorieren. Gleichzeitig gelten auch für Teilnehmende klare Anforderungen an respektvolles Verhalten, Grenzachtung und gegenseitige Rücksichtnahme.
Zur praktischen Umsetzung gehören außerdem benannte Ansprechpartner, ein strukturiertes Beschwerdemanagement, dokumentierte Abläufe bei Hinweisen und Verdachtsfällen, Regeln für Alleinsituationen, Schutzvorgaben für Umkleiden, Duschen und Sanitärbereiche, klare Regelungen für Übernachtungen, Erste-Hilfe-Absicherung sowie Abbruch- und Stoppsignale, mit denen Spielsituationen jederzeit unterbrochen werden können. Das deutlich ausgesprochene „Stopp“ oder „wirklich-wirklich“ beendet eine Situation sofort und ohne Diskussion. Eine Rechtfertigung ist in diesem Moment nicht erforderlich.
Verbindlichkeit und Weiterentwicklung
Der Larp Passau e.V. hat das Thema Kinder- und Jugendschutz bewusst nicht nur informell behandelt, sondern strukturell verankert. Unsere Satzung sieht ausdrücklich ein ganzheitliches Schutzkonzept, einen Ehrenkodex, ein strukturiertes Beschwerdemanagement und benannte Ansprechpersonen vor. Darüber hinaus müssen regelmäßig mit Minderjährigen arbeitende Funktionsträger vor Aufnahme ihrer Tätigkeit den Ehrenkodex unterzeichnen und ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Das Schutzkonzept wird regelmäßig überprüft, weiterentwickelt und an neue Erkenntnisse sowie veränderte Vereinsstrukturen angepasst.