Ehrenkodex und Verhaltensregeln

Unsere gemeinsame Haltung

Der Ehrenkodex des Larp Passau e.V. ist Ausdruck unserer gemeinsamen Haltung und unseres Selbstverständnisses im Umgang miteinander. Er konkretisiert die Werte des Vereins und ergänzt unser Schutzkonzept zum Kinder- und Jugendschutz.

Die nachfolgenden Inhalte stellen keine wörtliche Wiedergabe des Ehrenkodex dar, sondern eine zusammenfassende und webgerechte Darstellung unserer Grundhaltung und Verhaltensstandards.
Verbindlich ist der vollständige Wortlaut im Schutzkonzept des Larp Passau e.V.
Der Ehrenkodex gilt verbindlich für Vorstand, Spielleitungen, Betreuende, Helfende, Mitglieder und Teilnehmende im Rahmen aller Vereinsaktivitäten. Er dient dem Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ebenso wie der Handlungssicherheit aller Verantwortlichen und Ehrenamtlichen.

Respekt, Würde und Vielfalt

Im Mittelpunkt unseres Handelns steht die Achtung der Würde, Selbstbestimmung und persönlichen Grenzen jedes Menschen. Unser Umgang miteinander soll von Respekt, Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein geprägt sein.

Wir akzeptieren Vielfalt in Bezug auf Herkunft, Geschlecht, Identität, körperliche Voraussetzungen, Religion, Weltanschauung und persönliche Lebensentwürfe. Diskriminierung, Ausgrenzung und Abwertung haben im Larp Passau e.V. keinen Platz. Wir erwarten von allen Personen im Vereinskontext einen respektvollen und fairen Umgang, unabhängig von Alter, Erfahrung, Funktion oder Rolle im Spiel.

Verantwortung und Vorbildfunktion

Wer im Verein Verantwortung übernimmt, hat Vorbildcharakter. Das gilt insbesondere für Vorstand, Spielleitungen, Betreuende und Helfende. Ihr Verhalten prägt die Kultur des Miteinanders und beeinflusst, was im Verein als akzeptabel wahrgenommen wird.

Verantwortung bedeutet für uns, die eigene Rolle zu reflektieren, mit Einfluss und Entscheidungsspielräumen bewusst umzugehen und die Wirkung des eigenen Handelns ernst zu nehmen. Niemand darf seine Stellung im Verein nutzen, um Druck auszuüben, Abhängigkeiten zu schaffen oder Vorteile für sich selbst zu erlangen. Entscheidungen sollen transparent, nachvollziehbar und im Sinne der Schutzprinzipien des Vereins getroffen werden. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat stets Vorrang vor Bequemlichkeit, Harmonie, Spielkontinuität oder dramaturgischen Interessen.

Nähe und Distanz

LARP lebt von Begegnung, Zusammenarbeit und intensiven Spielsituationen. Gerade deshalb braucht es einen sensiblen und verantwortungsvollen Umgang mit Nähe und Distanz.

Persönliche, körperliche und emotionale Grenzen sind jederzeit zu respektieren. Nähe darf nur dort entstehen, wo sie von allen Beteiligten eindeutig gewollt, situationsangemessen und notwendig ist. Körperliche Nähe, Berührungen oder Trostsituationen müssen sensibel gestaltet werden. Sie sollen angekündigt und, soweit möglich, nicht in abgeschlossenen oder unbeobachteten Situationen erfolgen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Konstellationen, in denen Machtgefälle, Unsicherheit oder Abhängigkeit entstehen können. Das betrifft vorrangig Situationen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen, aber auch zwischen erfahrenen und unerfahrenen Teilnehmenden oder zwischen Personen in Leitungsfunktion und anderen Beteiligten.

Kommunikation und Sprache

Unsere Kommunikation soll klar, respektvoll und verantwortungsbewusst sein. Sprache prägt Atmosphäre, Zugehörigkeit und Sicherheit. Deshalb dulden wir keine entwürdigende, beleidigende, diskriminierende, sexualisierte oder einschüchternde Kommunikation.

Kritik darf geäußert werden, muss aber respektvoll bleiben. Konflikte sollen offen, sachlich und ohne Bloßstellung bearbeitet werden. Humor darf nicht auf Kosten anderer gehen. Gerade in Spielsituationen oder im Rahmen intensiver Rollen darf nicht übersehen werden, dass Worte auch außerhalb des Spiels Wirkung entfalten können.

Wer Verantwortung trägt, hat zusätzlich die Pflicht, Sprache bewusst einzusetzen, Situationen zu deeskalieren und Teilnehmenden Orientierung zu geben.

Umgang mit Macht und Rollen

Im LARP entstehen Rollen, Hierarchien und emotionale Dynamiken. Diese gehören zum Spiel, dürfen aber nie dazu führen, dass reale Grenzen überschritten oder Schutzstandards relativiert werden. Spielrollen, Autorität im Plot oder In-Character-Konflikte ändern nichts an der außerspielerischen Verantwortung für Sicherheit, Respekt und Grenzachtung.

Wer im Verein eine organisatorische, pädagogische oder sicherheitsrelevante Rolle übernimmt, muss sich darüber im Klaren sein, dass damit reale Verantwortung verbunden ist. Niemand darf seine Rolle im Spiel oder im Verein nutzen, um andere unter Druck zu setzen, einzuschüchtern oder in unangemessene Situationen zu bringen. Schutz und Fairness gelten immer außerhalb und innerhalb des Spiels.

Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen

Kinder- und Jugendschutz ist kein Nebenthema, sondern fester Bestandteil unserer Vereinsarbeit. Gerade junge Teilnehmende benötigen einen klaren, verlässlichen und wertschätzenden Rahmen. Erwachsene und verantwortliche Personen tragen dafür besondere Verantwortung.

Das bedeutet insbesondere: Minderjährige werden nicht in unbeaufsichtigte oder unangemessene Situationen gebracht. Einzelkontakte und sensible Konstellationen sind zu vermeiden oder besonders abzusichern. Bereiche wie Schlafräume, Umkleiden, Duschen und Sanitäranlagen gelten als besonders schutzbedürftig. Hier gelten klare Regeln und besondere Zurückhaltung.

Auch bei der Rollenverteilung, in Konfliktsituationen, bei körperlich oder emotional intensiven Szenen sowie in Pausen- und Übergangsphasen ist auf den Schutz junger Teilnehmender besonders zu achten. Spiel darf niemals zum Vorwand werden, Schutzstandards zu senken.

Verhaltensregeln im Vereins- und Veranstaltungsalltag

Aus unserem Ehrenkodex ergeben sich konkrete Erwartungen an das Verhalten aller Beteiligten:

  • Wir respektieren Grenzen.
  • Wir nehmen Stoppsignale ernst.
  • Wir behandeln andere fair und würdevoll.
  • Wir dulden keine Diskriminierung, Einschüchterung oder Entwertung.
  • Wir achten auf einen sensiblen Umgang mit Nähe, Sprache und Verantwortung.
  • Wir holen Hilfe, wenn Situationen unklar, belastend oder grenzverletzend sind.
  • Wir schauen nicht weg, wenn etwas problematisch wirkt.

Diese Grundsätze gelten bei Veranstaltungen ebenso wie in Vorbereitungstreffen, digitalen Kommunikationsräumen und allen sonstigen Vereinszusammenhängen. Das Schutzkonzept stellt ausdrücklich klar, dass die Regelungen einheitlich und verbindlich für sämtliche Angebote, Veranstaltungen und Tätigkeiten des Vereins gelten.

Stoppsignale und Grenzachtung

Grenzachtung muss im LARP praktisch umsetzbar sein. Deshalb arbeitet der Verein mit klaren Abbruch- und Stoppsignalen. Insbesondere die deutlich ausgesprochenen Signale „Stopp“ und „wirklich-wirklich“ dienen der sofortigen Unterbrechung des Spiels und der Rückkehr in den außerspielerischen Rahmen.

Solche Signale sind unverzüglich und ohne Diskussion zu akzeptieren. Niemand muss begründen, warum eine Situation beendet werden soll. Die Möglichkeit, eine Szene abzubrechen, ist kein Störfaktor, sondern elementarer Bestandteil einer sicheren und respektvollen Spielkultur.

Besondere Schutzbereiche

Einige Situationen erfordern besondere Sensibilität. Dazu gehören speziell Schlafräume, Rückzugsorte, Umkleiden, Duschen und Sanitärbereiche. Diese Räume sind Schutzräume. Hier gelten erhöhte Anforderungen an Zurückhaltung, Respekt und Regelklarheit.

Auch Randzeiten, Nachtphasen, Übergänge zwischen Spiel und Realität sowie besonders intensive Spielsituationen sind sensibel. Das Schutzkonzept benennt diese Bereiche ausdrücklich als risikobehaftet und leitet daraus erhöhte Aufmerksamkeit, klare Zuständigkeiten und verbindliche Schutzmaßnahmen ab.

Hinsehen und Handeln

Ein wirksamer Ehrenkodex endet nicht bei guten Absichten. Wer im Vereinskontext problematische Situationen wahrnimmt, soll nicht wegsehen. Hinweise auf Grenzverletzungen, unangemessenes Verhalten oder ungute Situationen dürfen und sollen angesprochen werden.

Dazu stehen beim Larp Passau e.V. benannte Ansprechpersonen und klare Meldewege zur Verfügung. Schutz gelingt nur dann, wenn Irritationen ernst genommen, Beobachtungen sachlich eingeordnet und Vorfälle verantwortungsvoll bearbeitet werden. Hinsehen und Handeln sind deshalb Teil unserer gemeinsamen Verantwortung.

Verbindlichkeit

Der Ehrenkodex und die Verhaltensregeln sind keine bloßen Empfehlungen. Sie sind Ausdruck einer freiwilligen, aber verbindlichen Selbstverpflichtung und Teil des Schutzkonzeptes des Vereins. Funktionsträger, die regelmäßig mit Minderjährigen arbeiten, müssen den Ehrenkodex vor Aufnahme ihrer Tätigkeit unterzeichnen. Verstöße gegen das Schutzkonzept oder den Verhaltenskodex können nach unserer Vereinssatzung zum Ausschluss aus dem Verein oder zur Entbindung von Vereinsaufgaben führen.

Vollständiger Wortlaut

Diese Seite bietet eine zusammenfassende Übersicht über unsere Grundhaltung und Verhaltensstandards. Den vollständigen Wortlaut des Ehrenkodex finden Sie im Bereich „Downloads & Dokumente“ innerhalb unseres Schutzkonzeptes.